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Ärzteversorgung

Ärzteversorgung

Nach einer Studie der Medizinischen Hochschule Hannover *) sehen bereits 30 % der Bürgermeister die hausärztliche Versorgung in ihrer Gemeinde als nicht mehr ausreichend an. 65 % haben bereits jetzt oder erwarten in Kürze Schwierigkeiten mit der Nachbesetzung von ausscheidenden Hausärzten. An Fachärzten werden vor allem Augenärzte und Kinderärzte vermisst.
Das ärztliche Berufsbild ändert sich. War bisher der männliche Landarzt mit einer hohen Wochenarbeitszeit der Regelfall, so führt ein immer wichtiger werdender Ausgleich von Beruf und Privatleben dazu, dass eine Stelle oftmals von zwei Halbtagsärztinnen eingenommen wird. Deren Kinder brauchen Betreuung, ihre Ehepartner passende Arbeitsmöglichkeiten. Oft wird die Selbständigkeit gescheut.
Die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung ist Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung. Die Politik muss die Rahmenbedingungen sicherstellen. Aufgrund des zu erwartenden Mehrbedarfs an Ärzten fordern wir eine erhebliche Erhöhung der Studienplätze in Niedersachsen und eine Abschaffung des Numerus Clausus für Medizin. Auch ein Dreier-Abiturient kann ein guter Hausarzt werden.

(Foto: ESB Professional/shutterstock.com)
*)Kuhn, Berthold, „Die kommunale Sicht auf die ärztliche Versorgung in Niedersachsen“, Studie der CHERH und MHH / AOK / KVN, Hannover 2017,unveröffentlicht

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